Tempo 30 auf Hildener Hauptstraßen: CDU bleibt dagegen und beantragt unabhängige Überprüfung
Die CDU-Fraktion hat flächendeckendes Tempo 30 in Hilden stets abgelehnt und hält daran fest. Zur Ratssitzung am 8. Juli 2026 wird sie einen Antrag auf Erstellung eines unabhängigen Gutachtens zu den tatsächlichen Lärmauswirkungen der Maßnahme einbringen.
„Wer Tempo 30 auf Hauptstraßen mit Lärmschutz begründet, muss das auch belegen können, nicht mit Rechenmodellen, sondern mit realen Messwerten vor Ort", sagt Kevin Schneider, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion Hilden. „Unsere Haltung ist unverändert: Diese pauschale Regelung auf Hauptverkehrsstraßen halten wir für falsch."
CDU hat in jeder Abstimmung dagegen gestimmt
Bereits als die damalige Ratsmehrheit aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Bürgeraktion und Allianz für Hilden diese Maßnahmen im Rahmen des Mobilitätskonzepts und des vorangegangenen Lärmaktionsplans vorangetrieben hat, hat die CDU auf negative Auswirkungen für Pendler, Gewerbe und Handel hingewiesen und versucht, diese Entwicklung zu verhindern. Die CDU-Fraktion hat in allen entscheidenden Abstimmungen gegen die Einführung eines flächendeckenden Tempo 30 gestimmt: beim Lärmaktionsplan 2016, beim Mobilitätskonzept 2024 und zuletzt 2025.
Hauptverkehrsstraßen sind für Berufspendler, den Wirtschaftsverkehr und die Erreichbarkeit der Stadt unverzichtbar. Pauschale Geschwindigkeitsbegrenzungen, die diesen Verkehrsfluss dauerhaft beeinträchtigen, ohne nachweislich für spürbare Lärmreduktion zu sorgen, halten wir für nicht verhältnismäßig.
Warum der Rat diese Regelung nicht einfach zurücknehmen kann
Tempo 30 aus Lärmschutzgründen wird grundsätzlich nicht vom Stadtrat angeordnet, sondern von der Straßenverkehrsbehörde. Die Regelungen folgen gesetzlichen Vorgaben und sind zudem Bestandteil eines förmlich beschlossenen Lärmaktionsplans. Ein einfacher Ratsbeschluss zur Aufhebung wäre rechtlich wirkungslos.
Als Möglichkeit bleibt nur, die fachliche Grundlage und Wirksamkeit der Anordnungen zu hinterfragen. Die bestehenden Tempo-30-Anordnungen beruhen auf theoretischen Lärmberechnungen, nicht auf Messungen vor Ort. Sollte das Gutachten zeigen, dass keine wesentliche Lärmminderung eingetreten ist oder die vorgegebenen Ziele nicht erreicht wurden, wird die CDU die Ergebnisse an die zuständigen Behörden weiterleiten und eine Überprüfung der Anordnungen einfordern. Ziel bleibt, unverhältnismäßige Einschränkungen auf Hauptverkehrsstraßen zurückzunehmen.
Was Bürger täglich erleben
Pendler berichten von spürbar längeren Fahrtzeiten. An nicht angepassten Ampeln stocke der Verkehr, Fahrzeuge warteten mit laufendem Motor oder starteten diesen bei Eintritt der Grünphase und führen mit hoher Drehzahl wieder an. Ob das tatsächlich lärmreduzierender wirkt als ein gleichmäßiger Verkehrsfluss bei Tempo 50, ist zweifelhaft. Die Problematik wird zusätzlich verschärft, wenn weitere angekündigte Tempo-30-Regelungen und die Reduzierung von Fahrbahnen auf der Berliner Straße umgesetzt werden. Die CDU fordert die Stadt auf, die Ampelschaltungen zeitnah anzupassen.
Unsere Position
Tempo 30 vor Schulen, Kitas, wichtigen Knotenpunkten bei Schulwegen und Seniorenheimen halten wir für richtig. Pauschales, ganztägiges Tempo 30 aber auf allen Hauptstraßen, ohne nachgewiesenen Nutzen, auf Kosten von Pendlern, Gewerbetreibenden und der Erreichbarkeit Hildens halten wir für falsch. Die CDU wird die Interessen der Hildener Bürgerinnen und Bürger in dieser Frage weiter klar vertreten.